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Depression

Depression

Sie wird als eine Krankheit des Gemüts beschrieben – und als Gemütskrankheit missverstanden: ganz so, als ob es sich bei der Depression um einen Zustand handele, der einfach nur ein wenig „un-gemütlich“ ist. Ein fataler Irrtum! Informationen zur Krankheit Depression.

Oft ist es so: Die Depression scheint sich von hinten anzuschleichen. Sie streift mit grauer Hand und grauem Tuch über die Augen. Sie taucht das Leben in Novemberlicht – die Menschen verlieren jeglichen Antrieb, jegliche Lebensfreude, ja, sogar jeglichen Lebenswillen und Lebensmut. Depressionen sind für die Betroffenen wie ein Nein zum Leben und für die Umgebung der Betroffenen eine Herausforderung.

Depression: eine ganz normale Krankheit

Die Depression gehört zu den häufigsten psychischen Erkrankungen rund um die sogenannten affektiven Störungen. Sie erscheint in vielerlei Gestalt, sie festzustellen fällt nicht immer leicht. Umso erstaunlicher, dass sie so oft diagnostiziert wird – ihre „Zuwachsraten“ sind beträchtlich. So schreibt die Weltgesundheitsorganisation WHO in einem Bericht:

„Weltweit stehen Depressionen in Ländern mit mittlerem oder hohem Einkommen an erster Stelle der Krankheitslast (WHO 2008; Murray et al. 2012; Vos et al. 2012).“

Die Folgen für die Krankenkassen und die Wirtschaft sind enorm.

Was aber ist nun eine Depression? Wie zeigt sie sich? Wie geht der Arzt bei der Diagnose vor? Und welche Wege führen aus der Krankheit heraus?

Was ist eine Depression?

Die Depression ist Niedergeschlagenheit in XXL. Das lateinische Verb deprimere bedeutet niederdrücken. Genau so sehen sich die betroffenen Menschen: am Boden und ohne Kraft, sich aufzurichten. Sie erleiden am eigenen Wesen die ins Extrem gesteigerte Form von Verzagtheit. Sie sind freudlos, entmutigt, trübsinnig und mutlos. Ihnen fehlt jeglicher Antrieb; schon das Aufstehen am Morgen wird zur unüberwindlich scheinenden Last.

Eine der schlimmen Seiten der Depression: Die betroffenen Menschen spüren das alles nicht einmal – in besonders schweren Fällen sind sie keines Gefühls mehr fähig. Nur ihre Umgebung nimmt die Auswirkungen an ihnen wahr, und deswegen besitzt die Umgebung eine wichtige Funktion: In vielen Fällen erkennen enge Vertraute, Nahestehende, Familienangehörige als erste, dass ein (geliebter) Mensch mehr als nur bedrückt ist. Sie sind es oft auch, die erste Schritte in die Wege leiten.

Den Betroffenen fehlt so manches Mal der Einblick in den Ernst der Lage, oder sie schämen sich und schweigen. An Depression zu leiden, das zuzugeben erfordert Mut (an dem es den Erkrankten ja mangelt).

In der öffentlichen Meinung existiert noch immer das Bild von einer Luxuskrankheit: Mit einem bisschen guten Willen, so heißt es, komme man da schon raus: „Reiß’ dich mal zusammen!“ Als ob es damit getan sei, mit einem Appell an den Willen der Erkrankten.

Eine der furchtbaren Konsequenzen, die Patienten mit Depression ziehen: Sie töten sich selbst. Ein trauriges Beispiel ist der frühere Fußballtorwart von Hannover 96, Robert Enke.

Enke war erfolgreich – er spielte in der deutschen Nationalmannschaft. Enke war geschätzt – mehrfach wurde er von seinen Kollegen als beliebtester Torwart gewählt. Und Enke litt an Depression – trotz seiner Erfolge, trotz der Sympathien, die er erhielt. Enke war verheiratet, sein leibliches Kind, ein Mädchen, starb im Alter von zwei Jahren an einem angeborenen Herzfehler. Enke starb drei Jahre später durch Suizid.

Wer als einzigen Ausweg aus seiner Pein den Selbstmord sieht, dem kann mit Appellen an die Vernunft allein nicht geholfen werden!

Typische Anzeichen

Daniel Hell von der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich hat sich auf das Krankheitsbild spezialisiert. Er unterscheidet elf Leitsymptome der Depression:

  • freudlos gedrückt
  • interesselos
  • verminderte Konzentration und gestörtes Gedächtnis
  • entscheidungsunfähig, grüblerisch
  • Angst (vor dem Alltag oder unbestimmt), innere Unruhe
  • müde, energielos, ohne Antrieb
  • gestörter Schlaf
  • appetitlos, Gewichtsverlust
  • sexuelle Interesselosigkeit
  • Druck –und Schweregefühl, evtl. Schmerzen (im Bereich Oberbauch, Brust oder Kopf)
  • vegetative Symptome: Mundtrockenheit, Verstopfung u. a.

Eine Depression entsteht aus unterschiedlichen und manchmal sogar aus mehreren Gründen gleichzeitig. Das erschwert die Diagnose und ist vielleicht mit ein Grund dafür, dass die Herkunft einer Depression nicht mehr eine so wichtige Rolle spielt in der Behandlung: Viel wichtiger scheint die direkte, die unmittelbare Behandlung der Symptome. Diese Form der Therapie orientiert sich am Erscheinungsbild der Depression, an der Maske, in der die Krankheit auftritt.

Trotzdem wird natürlich in einem Beratungsgespräch (Anamnese) nach möglichen Ursachen geforscht, also nach Gründen gesucht, die zur Depression geführt haben. Im Verdacht stehen:

  • endogene Ursachen. Darunter versteht man in der Medizin, dass die Krankheit sich quasi aus dem Innern des Patienten heraus selbsttätig entwickelt hat, beispielsweise durch Vererbung.
  • psychogene Ursachen. Hier sucht man im Äußeren des Kranken nach Auslösern für die Krankheit. Das kann der Verlust eines Menschen durch Tod oder Trennung und Scheidung sein, eine Entlassung kann die Depression auslösen, Mobbing zählt zu den dringenden „Tatverdächtigen“ oder ein reduziertes Selbstwertgefühl aus welchen Gründen auch immer.
  • somatogene Ursachen. In diesem Fall wird eine Krankheit beschuldigt, der Auslöser für die Depression zu sein. Morbus Parkinson, Demenz, Multiple Sklerose fallen in dieses Raster.

Depression und ihre Behandlung
aus schulmedizinischer Sicht

Der Schulmediziner wird als erstes zu klären versuchen, ob es sich tatsächlich um eine Depression handelt oder „bloß“ um eine depressive Verstimmung. Seine Richtschnur ist etwas mechanisch: Wenn mindestens zwei typische Symptome für die Dauer von zwei Wochen auftreten, spricht die Schulmedizin von einer Depression. Eine Depression bedarf aus Sicht der Schulmedizin immer einer Behandlung mit Medikamenten, Antidepressiva genannt. Antidepressiva wirken auf die Hirnbotenstoffe und regulieren unter Umständen den Stoffwechsel (weil hier eine physiologische Ursache für den Ausbruch der Krankheit vermutet wird). Wegen der nachgewiesenen Wirkung des Johanniskraut beginnen Ärzte ihre Therapie mittlerweile auch mit diesem Naturpräparat.

Depression und ihre Behandlung aus alternativmedizinischer Sicht

Bei leichten Depressionen empfehlen Alternativmediziner homöopathische Mittel. Bei leichten bis mittelschweren Depressionen haben sich auch hochdosierte Johanniskrautpräparate bewährt; ihre Wirksamkeit ist durch klinische Studien belegt. Einen gravierenden Nachteil besitzen sämtliche Medikamente, ob nun Antidepressiva oder Naturmittel: Sie benötigen eine lange Anlaufzeit, bevor ihre Wirkung einsetzt – Antidepressiva weisen mitunter sogar erhebliche Nebenwirkungen auf, weswegen Patienten das Medikament (zu früh) absetzen. Ein Mangel an Vitamin B12 kann zu einer Depression führen genauso wie der Mangel an Folsäure. Wenn die Diagnose durch eine Laboruntersuchung bestätigt wird, hilft eine Ernährung, die darauf Rücksicht nimmt: Miesmuscheln, Lachs, und Rindfleisch enthalten viel Vitamin B12; Weizenkeime, rote Bohnen, Spinat und Brokkoli bekämpfen den Folsäuremangel.

Depression und ihre Behandlung aus informationsmedizinischer Sicht

Feinstoffliche Therapien wie die Bachblütentherapie sind das Mittel der Wahl.

Physikalische Therapie der Depression
Sonnenlicht hebt die Stimmung – und den Spiegel an Vitamin D. Genauer: Nur mit Hilfe der Sonne (und des körpereigenen Cholesterins) produziert unser Körper die Substanz, die entscheidend zu unserer Gesundheit und unserem Wohlbefinden beiträgt, auch wenn sie im eigentlichen Sinne kein Vitamin ist (weil es der Körper selbst herstellen kann). Wichtiger aber ist: Licht steuert das Zusammenspiel von Melatonin und Serotonin. Sonnenlicht steigert das „Glückshormon“ Serotonin, und Melatonin wird immer dann verstärkt ausgeschüttet, wenn es dunkel wird. Sonnenlicht also kann die Stimmung aufhellen. Dem Sonnenlicht ähnliches, sehr helles Kunstlicht imitiert diesen Effekt – das macht sich die Lichttherapie zunutze.

Psychotherapie
Die Behandlungsformen der Psychotherapie richten sich nach den Störungen, unter denen der Depressionspatient leidet. In Frage kommen die Verhaltens- und die Gesprächstherapie. Kommunikations- und Rollenspiele stärken das Selbstwertgefühl der Patienten, und in tiefenpsychologisch orientierten Therapien geht man den Problemen an die Wurzel, die aus traumatischen Erlebnissen resultieren (und oftmals verschüttet und nur schwer auszugraben sind). Eine vielversprechende Behandlung bei bipolaren Störungen ist die DBT, die Dialektisch-Behaviorale Therapie (dialectal behavourism therapy). Eigentlich gedacht für Menschen mit chronisch suizidalen Patienten, kommt sie heute auch bei Borderline-Patienten zum Einsatz.

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