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Kollateralschäden der Medizin

Kollateralschäden der Medizin

Der Fortschritt in Wissenschaft und Technik hat eines mit sich gebracht, sozusagen als Kollateralschaden: Dem „Mann von der Straße“ scheint mittlerweile alles möglich (echte Demut findet sich nur noch bei jenen wieder, die um die eigenen Grenzen oder die ihrer Fachrichtung wissen, oder bei Menschen, die ernsthaft religiös sind, esoterischem Denken gegenüber offen oder die Welt auch philosophisch begreifen) – Beispiel Medizin.

In aller Regel erleben wir die Praxen und Kliniken der Schulmediziner als eine Art Werkstatt mit staunenmachender Diagnosetechnik, der wir uns anvertrauen; bestärkt werden wir darin in der beinahe schon demagogisch geraunten Beschwörung eines „vertrauensvollen Verhältnisses“ zwischen Arzt und Patient* – wenn’s nicht geklappt hat mit der Therapie, gilt allenthalben der Patient als der Schuldige.

Doch wie oft verkennen wir dabei, dass ein bestimmter Blutwert (um ein Beispiel zu geben) erst einmal nichts anderes ist als ein Indiz: ein Hinweis auf eine mögliche Störung im Körper des Patienten?

Jeder Hausarzt hat unter seinen Patienten mindestens einen Alkoholiker, dessen Leberwerte so clean sind wie die eines Neugeborenen. Ist dieser Alkoholiker trotz einwandfreier Leberfunktion weniger gefährdet? Verzichtet man deshalb auf eine Behandlung, weil die Blutwerte „stimmen“ oder der Ultraschall seiner Leber keinen Befund ergibt?

Ein anderes Beispiel: Medikamente gegen die Diabetes werden nur daraufhin untersucht, ob sie den Blutzuckerspiegel senken; ob sie dem Patienten gut tun, ist nicht Bestandteil der klinischen Testphasen.

Hat also die hochgradig technisch ausgerichtete Untersuchung des Alkoholikers irgend einen Erkenntnisgewinn gebracht? Einen Ansatz für eine Therapie? Ein Verständnis seiner Situation?

Grenzen der Schulmedizin akzeptieren

Zugegeben: Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich – und in diesem Beispiel hakt es daran, dass ein Alkoholiker, der kerngesund ist, eher die Ausnahme darstellt.

Doch wenn man sich so umhört, wenn man mit Klinikpersonal spricht, wenn man nicht alles als unqualifiziert und unwissenschaftlich ablehnt, was Menschen von ihren individuellen Erlebnissen berichten, dann muss man eingestehen: Auch die in den Himmel gelobte, manchmal sogar vergötterte Schulmedizin westlicher Prägung ist strukturell an ihre Grenze geraten. (Dass diese Grenze oft genug noch durch überlastete, anmaßende und ignorante Mediziner zementiert wird, macht die Situation nur schlimmer, denn auch dieser Fakt wird immer wieder geleugnet – oder hat man je von einem Medizinmann gehört, der zugibt, seinen Patienten gegenüber quasi allwissend aufzutreten, überlastet zu sein und arrogant?)

Patienten sind Menschen, und Menschen brauchen Zuwendung; keine Technik

Es ist kein Wunder, dass ratsuchende Patienten sich abwenden von Wissenschaft und Technik und von einer speziellen, menschlich und fachlich unzureichenden Ärzteschaft. Diese Menschen suchen nach Alternativen – Alternativen, wie sie jede andere Form der medizinischen Betreuung kennt.

Hebammen, Krankenschwestern, Pflegekräfte oder die früher Arzthelferin genannten medizinischen Fachangestellten sind selten das Problem; viel eher sind sie quasi die Bandscheibe: Sie tragen die Last.

Es wird hohe Zeit, dass über Jahrhunderte gesicherte Erfahrungen denselben Stellenwert erhalten wie die durch Wissenschaft und Forschung gewonnenen Einsichten.

  • Die Arroganz unserer Denk- und Lebensform zeigt sich zum Beispiel darin, dass wir die Traditionelle Chinesische Medizin TCM abqualifizieren – was allein schon in dem Moment geschieht, wenn Krankenkassen die Behandlungskosten nicht übernehmen.
  • Es ist ein Zeichen von Anmaßung und Schwäche, wenn andere Therapien als die von einer brutal agierenden Pharmaindustrie in den Markt gedrückten Rezepturen und Medikamente nicht dieselbe Aufmerksamkeit und Unvoreingenommenheit genießen.

Die naturheilkundlichen Medizinrichtungen kennen nicht nur ganzheitliche Therapien, sondern auch alternative Diagnoseverfahren, die Auskunft über die gesundheitlichen Schwächen geben.

*Der Autor dieses Beitrags kennt auch das Gegenteil: dass ein Arzt auf seinen Patienten gehört hat und ihm belastende Medikamente nach dem Einsatz eines Stents ersparte. Der Arzt vertraute dem Patienten; dieser hatte zugesichert, seinen Lebensstil deutlich zu modifizieren: mehr Bewegung, gesünderes Essen, weniger Alkohol und Nikotin.

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