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Zahl der Woche: 30 Prozent aller Krebsfälle durch Übergewicht bedingt

Zahl der Woche: 30 Prozent aller Krebsfälle durch Übergewicht bedingt

Wir essen zu viel und bewegen uns zu wenig. Aus diesem Missverhältnis entsteht für uns „moderne“ Menschen eine negative Energiebilanz: Wir nehmen mehr Energie zu uns, als wir verbrauchen. Deshalb werden wir schwerer – mit all den dramatischen Folgen fürs persönliche Wohlbefinden!*

Übergewicht ist längst keine Frage mehr von Sympathie oder Ästhetik – im Übergewicht lauert ein gefährliches Monster! Etwa 30 Prozent sämtlicher Krebsfälle, so die WHO, lässt sich in den westlichen Ländern auf Übergewicht zurückführen.

Krebs, schlechte Ernährung und Übergewicht stehen in engem Zusammenhang

Wenn etwas auf schlechten Gewohnheiten basiert (unausgewogene Ernährung), lässt es sich ändern. Rauchen, trinken, essen, zu wenig Bewegung – jeden einzelnen Punkt können wir beeinflussen. Und das wird zunehmend wichtiger, Stichwort „Eigenverantwortlichkeit“! Die WHO schreibt in ihrem Bericht:

Es ist weithin anerkannt, dass Übergewicht bzw. Adipositas das Risiko für einige Krebserkrankungen erhöht.

Man weiß das, weil man 520.000 Menschen untersucht hat. Sie alle waren zwischen 50 und 64 Jahre alt und stammten aus zehn europäischen Ländern. Untersuchungen dieser Größe heißen „Kohortenstudien“ – bei dieser Kohortenstudie wurde

… das Beziehungsgeflecht zwischen einer Reihe von Faktoren (Ernährung, Ernährungszustand, Lebensweise und Umwelt) und der Inzidenz von Krebs und anderen chronischen Krankheiten … beleuchtet …

In einfachen Worten: Es wurde untersucht, ob ein Zusammenhang besteht zwischen Übergewicht und der Krankheit Krebs.

Ergebnis der Untersuchung zum Zusammenhang von Krebs und Übergewicht

Die Studie kommt zum Schluss: Der Anstieg des Body-Mass-Indexes (BMI) um 5 Punkte bedeutet ein vielfach höheres Risiko für eine Krebserkrankung. Im Einzelnen listet die Studie folgende Gefahren auf:

  • Ösophagus-Adenokarzinom (Krebs der Speiseröhre) – plus 50%
  • Schilddrüsenkrebs – plus 33%
  • Kolonkarzinom (Krebs des Dickdarms) – plus 25%
  • Nierenkrebs – plus 25%
  • Endometriumkarzinom (Krebserkrankung der Gebärmutterschleimhaut) – plus 60%
  • Gallenblasenkrebs – plus 60%
  • Ösophagus-Adenokarzinom (Krebs der Speiseröhre) – plus 50%
  • Nierenkrebs – plus 34%

Zugespitzt könnte man sagen:

Übergewicht ist das neue Rauchen!

Um den Krebs einzudämmen, um die Gefahr zu senken, an Krebs zu erkranken, kann jeder Einzelne viel tun – es geht um sein Leben! Beim Essen rät die WHO zu Fertiggerichten bzw. Getränken, die von allem etwas weniger enthalten: weniger Zucker, weniger raffinierte Stärke, weniger Fett und Salz. Das allein kann laut WHO das Risiko für chronische Erkrankungen wie Krebs wirksam verringern. Hier die Tipps der Weltgesundheitsorganisation:

Wie einfache Ernährungsgewohnheiten das Krebsrisiko reduzieren können

  • Schon in der Kindheit gesunde Ernährungsgewohnheiten fördern!
  • Eine ausgewogene Energiezufuhr in Verbindung mit körperlicher Betätigung belohnt mit einem gesunden Körpergewicht. Zeit seines Lebens darauf achten, dass man nicht exzessiv zunimmt!
  • Für übergewichtige und adipöse Menschen gilt der dringende Rat und Appell: Erobert euch ein gesundes Körpergewicht – und dann verteidigt es!
  • Körperlich aktiv ist das bessere Leben!
  • Pflanzliche Produkte sind die besseren Lebensmittel – und gesunde pflanzliche Lebensmittel sind die allerbesten Lebensmittel!
  • Iss nie mehr, als für ein gesundes Körpergewicht notwendig ist. Und für dein angenehmes Lebensgefühl.
  • Täglich fünf oder mehr Portionen verschiedener Früchte und Gemüse essen!
  • Vollkornprodukte anstelle verarbeiteter Getreide: In Körnern steckt eine geschmackliche und abwechslungsreiche Vielfalt, die es zu entdecken gilt!
  • Weiterverarbeitetes und rotes Fleisch nur in begrenztem Umfang!
  • Alkohol nur in moderaten Mengen: Frauen höchstens ein alkoholisches Getränk pro Tag, Männer höchstens zwei.
Links

Link zur Studie der WHO: „25 bis 70 Prozent der Erwachsenen in der Europäischen Region sind übergewichtig“

* Nachtrag und Korrektur
Claudia Lampert verdanke ich den Hinweis, dass der im Vorspann genannte Begriff der „negativen Energiebilanz“ hier falsch verwendet wurde. Sie schreibt:

Das ist zwar verständlich und insofern korrekt, als ja von den negativen Folgen von zu viel Essen die Rede ist, aber „negative Energiebilanz“ ist ein stehender Begriff, der genau andersrum definiert ist: „Wird dagegen weniger Energie aufgenommen als verbraucht, ist sie [die Energiebilanz] negativ.“ (Wikipedia)

Könnte zu Missverständnissen führen; vielleicht tut’s ja auch „ungünstig“ oder was in der Richtung.

Genau so ist es gemeint: „ungünstig“! Herzlichen Dank, Claudia Lampert!

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