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Was soll’s denn werden: Mädchen oder Junge?

Was soll’s denn werden: Mädchen oder Junge?

Kathrin ist schwanger. Die 21-jährige Arzthelferin und ihr Freund könnten eine entspannte Schwangerschaft erleben, würden nicht Freunde, Eltern und Verwandte ihre Geduld strapazieren. „Wisst ihr denn schon“, wollen sie beinahe täglich wissen, „was es wird?“

Ob’ ein Junge wird oder ein Mädchen, kaum eine Frage beschäftigt werdende Eltern (und deren Umwelt) so sehr wie die nach dem künftigen Geschlecht ihres Kindes.

Trotzdem verzichten rund 20 Prozent der werdenden Eltern auf eine Antwort zur Frage: „Junge oder Mädchen?“ – so wie auch Kathrin und ihr Freund. Die beiden wollen nicht, dass ihr süßes Geheimnis gelüftet wird durch Ultraschall, Fruchtwasseruntersuchung oder andere pränatale (vorgeburtliche) diagnostische Möglichkeiten!

Das junge Paar will sich die Spannung, die Überraschung bis zum Schluss bewahren, bis zur Geburt; auch ihrem Arzt hat Kathrin klipp und klar gesagt, dass er nichts verraten soll, wenn das Geschlecht des Kindes auf dem Ultraschall erkennbar wird.

Für die Umwelt der werdenden Eltern ist das zu viel an Spannung und Geheimnis. Sie macht da nicht mit und – spekuliert, was es werden könnte. Doch auf welcher Basis erfolgt dies Spekulation? Welche Anzeichen gibt es, die auf das Geschlecht des Kindes hinweisen?

Mythen aus dem Volksmund: Wird’s ein Junge oder ein Mädchen?

Morgendliches Erbrechen, so heißt es, kündigt ein Mädchen an. Dann wieder soll der Zeitpunkt der Zeugung ausschlaggebend sein: Direkt am Tag des Eisprungs ist die Chance auf einen Jungen am größten; und da die Spermien mit dem x-Chromosom (Mädchen) länger überleben, erhöht der Verkehr zwei bis drei Tage vor dem Eisprung die Chancen auf ein Mädchen. Angeblich.

Und schließlich noch wirft die wissbegierige Umwelt der schwangeren Kathrin einen genauen Blick auf ihre Bauchform: Ist er rund oder spitz, sitzt er hoch oder tief?

Ist der Bauch spitz, so behauptet die Volksweisheit, wird’s ein Junge; ist der Bauch breit und ausufernd, soll das auf ein Mädchen hindeuten. Sitzt der Bauch weit oben, deutet das auf ein Mädchen hin, ist er nach unten gerutscht, wird’s, sagt der Volksmund, ein Mädchen. Aber stimmt das denn auch?

Volksmythen untersucht: Können sie das Geschlecht vorhersagen?

Deborah Perry wollte es genau wissen. Die Forscherin an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hatte schwangere Frauen nach ihren Ahnungen gefragt; sie wollte wissen, was die Mütter glaubten: ob es ein Mädchen wird oder ein Junge – und warum sie das glaubten.

Die Forscherin untersuchte auch die Behauptung, von der Bauchform ließe sich aufs Geschlecht des ungeborenen Kindes rückschließen. Das Ergebnis ihrer Untersuchung: Es besteht kein Zusammenhang zwischen der Bauchform und dem Geschlecht des Kindes!

Wer also auf Nummer sicher gehen will, darf sich nicht auf Mythen verlassen, lautet die Erkenntnis der amerikanischen Forscherin. Wer wissen will, ob die künftige Großmutter blaue oder rosafarbene Strampler stricken soll, muss den Ultraschall abwarten oder eine der vorgeburtlichen Diagnosetechniken in Anspruch nehmen.

Abwarten, das heißt: Ab der 16. Schwangerschaftswoche (SSW) entwickeln sich die Genitalien – bis zur 20. SSW aber ähneln sie sich enorm. Der Anschein des Ultraschalls ist also auch hier noch eine Zeitlang unsicher.

Wenn entnervten Eltern dann die Fragerei zu viel wird, sollten sie auf die Frage, was es denn nun wird, ein Junge oder ein Mädchen, einfach antworten: „Ja!“

PS: Kathrin hat von einem Mädchen entbunden – trotz eines weit nach unten gerutschten und ziemlich spitzkugeligen Bauchs. Herzlichen Glückwunsch!

 

Links
Studie von Deborah Perry als pdf

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