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THC zwingt Krebs zum Selbstmord

THC zwingt Krebs zum Selbstmord

Dr. Christina Sanchez ist Molekularbiologin an der Madrider „Universidad Complutense“. In einem Video erläutert sie den Stand der Krebsforschung: THC, der Wirkstoff der Hanfpflanze, treibt Krebszellen in den Selbstmord.

Hanf ist eine Pflanze mit phantastisch großem therapeutischem Potential. Wie groß, das verdeutlicht ein Videovortrag von Dr. Christina Sanchez.

Die spanische Molekularbiologin an der altehrwürdigen Hochschule skizziert den Weg der Forschung in den letzten 50 Jahren. Der Stand der Forschung heute lässt sich in einem Satz zusammenfassen:

THC, der Wirkstoff in der Hanfpflanze, zwingt die Zellen eines Tumors förmlich zum „Selbstmord“.

Ursprünge der Krebsbekämpfung mit Hilfe von THC

In den 60-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts forschte der Hochschullehrer Raphael Mechoulam in Israel an Cannabinoiden.

Cannabinoide entstehen aus Terpenphenolen, die man bisher nur in Hanfpflanzen entdeckt hat. Das am meisten erforschte Cannabinoid des Hanfs ist das Tetrahydrocannabinol – besser bekannt unter seiner Abkürzung THC.

Man kann Terpenphenole im weitesten Sinne zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen: zu den Bestandteilen, welche von Pflanzen nur in bestimmten Zelltypen hergestellt werden.

Sekundäre Pflanzenstoffe haben für den Menschen eine enorme Bedeutung – besonders in der Pharmakologie. Die Wissenschaft der Pharmakologie untersucht die Wechselwirkung von Stoffen und Lebewesen.

Und hierauf basieren letzten Endes die Fragen:

  • Wie wirkt THC, das Tetrahydrocannabinol, auf den Menschen?
  • Auf welche Weise kann THC, der Wirkstoff der Hanfpflanze, dem Menschen helfen?

THC und Krebs: belastet mit dem Stigma der Droge

THC besitzt eine psychoaktive Wirkung: Der Konsum von THC kann einen Rausch bewirken. Der Rausch mit Hilfe von Hanfpflanzen aber war (und ist noch) in vielen Ländern dieser Welt verboten.

Mit diesem Verbot einher ging eine Stigmatisierung der Pflanze. Sie wurde als Tor zur Drogenhölle verstanden, als Einstiegsdroge verdammt.

Dieses Stigma ist mit verantwortlich dafür, dass die Forschungsergebnisse einen schlechten Stand hatten. Wer mit und über Drogen forschte, musste mit Polemik rechnen.

THC und Krebs: Schloss und Schlüssel – Topf und Deckelchen

Das ändert sich; langsam zwar, aber nachhaltig. In den 1980-er Jahren wurden cannabinoide Rezeptoren im menschlichen Körper entdeckt.

Rezeptoren steuern biologische Funktionen im Körper. Vereinfacht gesagt, handelt es sich bei den Rezeptoren um eine Art Schloss einer Zelle oder eines Moleküls, zu dem ein einziger Schlüssel passt.

Cannabinoide Rezeptoren reagieren dementsprechend auf Cannabis. Wie sie das tun, ist Thema einer einerseits sehr engagierten, andererseits immer noch argwöhnisch beäugten Forschung – die Skepsis gegenüber einer Pflanze aus dem Drogenmilieu ist allerorten spürbar.

Mit der Entdeckung der cannabinoiden Rezeptoren wurde sehr bald offensichtlich, dass der menschliche Körper auch Schlüssel synthetisieren muss, die in das „Schloss“ der Rezeptoren passen – die sogenannten Endocannabinoide. Man sprach jetzt vom endocannabinoiden System.

THC hilft gegen Schmerzen und Übelkeit während einer Chemotherapie

Bekannt war, dass Cannabis (also das Rauschmittel, das aus der Hanfpflanze gewonnen wird) eine antiemetische Wirkung hat. Das heißt: Der Genuss von Haschisch besitzt neben seinem beruhigenden Einfluss auch die Gabe, Übelkeit oder Brechreiz zu unterdrücken.

Übelkeit und Brechreiz aber sind die Krawallgeschwister bei der Chemotherapie von Krebserkrankungen; sie belasten den Körper und schwächen die Kranken auf erbärmliche Weise.

Cannabis (genauer: das darin enthaltene THC) unterliegt in Deutschland den Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes; den Kranken einfach einen Joint anzubieten, wäre zwar wirksam, aber eben auch verboten.

Wer seine Schmerzen und Übelkeit mit einem Joint bekämpfte, handelte kriminell.

THC treibt Krebszellen in den Tod

Doch die Erkenntnis ließ sich nicht verheimlichen. Sie ließ sich auch nicht bagatellisieren – allmählich sprach es sich herum: Haschisch hilft Krebskranken.

Seit Anfang des 21. Jahrhunderts erforscht Dr. Christina Sanchez und ihr Team die Mechanismen, wie Cannabis Krebszellen bekämpft.

Bisher, so sagt die Wissenschaftlerin, zeigt sich die besondere Wirksamkeit von Cannabis bei Brustkrebs und Hirntumoren („may be useful“). Untersucht hat man das an Tiermodellen im Reagenzglas.

Wie die Cannabinoide wirken, beschreibt Sanchez folgendermaßen:

»In the clean way they were committing suicide.« – Krebszellen, so darf man das übersetzen, begehen Selbstmord.

Und noch etwas wirft Sanchez in die Waagschale:

»Einer der Vorteile von Cannbinoide bzw. cannabinoider Arznei: Sie zielen speziell auf Tumorzellen – sie zeigen keinerlei toxische Effekte auf normale Zellen.«

Ob allerdings THC eine carcinogen-präventive Wirkung zeigt, ob also der Konsum von Cannabis Krebs vorbeugen kann, darüber sagt die spanische Forscherin nichts.

Krebs und THC – der Stand der Forschung, erläutert von Dr. Christina Sanchez

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21 Comments

  1. Meine Antwort ist oben beschrieben.

    • Interessant! Das ist mir neu – womit ich nicht ausdrücken möchte, dass ich Ihrer Aussage nicht glaube. Herzlichen Dank für Ihre Anmerkung, ich werde sobald wie möglich danach recherchieren!

  2. Und diese wundervolle Heilpflanze ist verboten!! Ein No go denke ich!! Irgendwann müßen sie es einsehn da schon so viele Fälle bekannt sind wo THC Krebs geheilt hat!!! Also LEGALIZE IT!!!!

    • Es wird immer offensichtlicher, dass die Natur noch Überraschungen auf Lager hat; das zumindest ist mein Eindruck. Wahrscheinlich läuft es auch im Fall von THC und Hanf ab, wie es einmal Mahatma Ghandi ganz unnachahmlich ausgedrückt hat:

      „Zuerst ignorieren sie dich,
      dann lachen sie über dich,
      dann bekämpfen sie dich, und dann gewinnst du.“

      Vielen Dank für Ihre Anmerkung!

  3. Eine Legalisierung wird die Pharmaindustrie sicher zu verhindern wissen

    • Warum sollte sie? Sie wird auf die eine oder andere Weise auf den Zug aufspringen und davon profitieren. Vielleicht so: Der Wirkstoff wird nur in Tablettenform legalisiert. Und Tabletten, das ist die Domäne der Pharmaindustrie …

  4. Es gab eine Petition, damit Cannabis in Deutschland legalisiert wird. Da es kaum einen interessiert hat oder man auch Angst hatte zu unterschreiben, wurde sie vor einigen Wochen beendet 🙁

  5. Es ist unübersehbar wie auch im ungünstigsten Fall an falschen Vorurteilen fest gehalten wird. THC wir nur nach langen Hin und Her von einigen Krankenkassen den Patienten zugänglich gemacht. Und die müssen dann erst den kompletten chemischen Müll der Pharmaindustrie „getestet“ haben. Betonköpfe in Berlin! Aber die Spielgruppe aus der Kindertagesstätte in Brüssel muss ja auch noch mitspielen – dann wird das wohl in den nächsten Jahren nichts mit einer Legalisierung.

    • Die Hoffnung stirbt zuletzt – heißt es. Vielleicht aber gewinnt die Sache an Dynamik; immerhin hat die Zeitschrift „Stern“ erst kürzlich seine Titelgeschichte genau diesem Thema gewidmet.

      Vielen Dank für Ihren Kommentar!

  6. Die Pharmaindustrie ist nicht daran Interessiert das es dem Patienten für viel Geld gut geht. Sondern nur daran viel Geld zu verdienen. Ein sehr Gutes Beispiel ist da HIV. Da wurde niemand zur Verantwortung gezogen. Im Gegenteil, die Vitamin Cocktails wurden anfangs erfolgreich verboten. Da sie nicht viel Geld einbrachten, wie Menschen mit den Faschen Mitteln über lange Zeit sterben zu lassen. Eine Lange traurige Geschichte. Der Autor wird wohl noch ziemlich lange weiter schreiben.

    • Pharma ist Industrie. Industrie wird von Menschen geleitet. In dem Moment, in dem der Erfolg dieser Menschen auf Aktionärsversammlungen taxiert und an Hand des Börsenkurses gewichtet wird, muss (so die zwingende Logik) das Unternehmen so agieren, wie es die Erfolgsschiene vorschreibt: Richtung Geld.

      Leider lässt sich durch „Gutes tun“ noch nicht zwangsläufig so viel Geld verdienen, dass es börsenrelevant wäre. Schade, aber Realität.

      Danke für Ihre Überlegungen!

  7. Wenn man im Vergleich schaut, zwischen Alk und Cannabis, sieht man Welten zwischen diesen beiden Drogen. Alk, an dem jährlich Millionen Menschen sterben, bleibt natürlich legal, denn es bringt ja wirklich sehr viel Geld in die Staatskasse. Cannabis hingegen, wo es nicht mal 5 (!) bekannte Todesfälle in den letzten 10 (!) Jahren durch besagtes Wunderkraut gab, bleibt illegal. Wo ist der Sinn? Sowas ist sozusagen Völkermord nur für Profit. Sowas ist pervers. Für mich unverständlich, da genau durch eine solche Illegalisierung „Kriminelle“ geschaffen werden. Der Staat macht durch solche Gesetze selbst die Kriminellen, denn ein harmloser Cannabiskonsument ist in meinen Augen kein Krimineller. Kriminell sind für mich Kinderschänder, Vergewaltiger.. achja und Politiker.

  8. Ich glaube an cannabis.Seid 9jahre habe ich nierenzellkarcinom mit viele Metastase auf Knochen und weiche Organen.Sutent nehme ich als medikament und nebenwirkungen sind schlim.Dank Cannabis oll kann ich wieder fast normal leben.

    • Für Sie dürften die neuen Entwicklungen in der Diskussion von besonderem Interesse sein. Vor drei Jahren fand eine öffentliche Anhörung des Gesundheitsausschusses zu einer Anfrage statt, die sich mit der Legalisierung von „Cannabis-Clubs“ beschäftigt. Mittlerweile wurde das Thema in Form eines Gesetzesentwurfes von den Grünen in den Bundestag eingebracht.

      Solange Erwerb und Konsum von Cannabis nicht legal sind, sollten Sie sich um eine Ausnahmegenehmigung bemühen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie einen guten Arzt an der Seite haben, der Sie auch darin unterstützt. Alles Gute und vielen Dank für den Einblick in Ihre persönlichen Erfahrungen!

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